
Impulse & 3Ws
Impulse sind kleine Experimente mit Aufmerksamkeit, Bewegung und Ausdruck.
Sie reichen von Stille und einfachen Tätigkeiten bis hin zu bewussten Veränderungen, die etwas im Denken und Erleben anstoßen können. ​​
​Ergänzend dazu arbeitet Hummington mit den 3Ws: Wisdom, Why und Who. Wisdom bündelt Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven, nicht als fertige Antwort, sondern als Ausgangspunkt und Orientierung. Es geht um die Frage: Was wissen wir bereits? Dabei fließen Daten, Erfahrung, Perspektiven und Expertise zusammen. Why schaut genauer hin und fragt nach Zielen, Zwecken und eingesetzten Mitteln, nach bewussten und unbewussten Motiven und nach Mustern, die nicht sofort sichtbar sind. Warum ist etwas so, wie es ist? Im Mittelpunkt stehen Ursachen, Motive, Muster und Zusammenhänge. Who rückt den Menschen in den Mittelpunkt, mit seiner Geschichte, seinem Kontext und seiner individuellen Lebenswelt. Wen betrifft es konkret? Hier geht es um Person, Kontext, Biografie und Lebenswelt. So entsteht ein Rahmen, der nicht bewertet, sondern dabei hilft, Klarheit zu gewinnen, Zusammenhänge zu verstehen und stimmige nächste Schritte zu finden.
"Ich mache etwas anders , und merke, was das mit mir macht."

01„In einem kleinen Geschäft in Venedig …“
...handgemacht, unvollkommen, einzigartig
Manchmal liegt die Wirkung eines Moments nicht in dem, was er verspricht, sondern in dem, was er nicht sein will. In einem kleinen Geschäft in Venedig, mit handgemachten Postkarten, einfachen Ordnern und Dingen, die sichtbar von Hand gefertigt sind, wurde genau das spürbar. Nichts daran war perfekt. Linien waren nicht ganz gerade, Farben nicht exakt gleich, Materialien trugen Spuren. Und gerade darin lag eine besondere Qualität.
Handgemachte Dinge sind nie vollkommen. Sie folgen keinem industriellen Maßstab und keinem Anspruch auf Gleichförmigkeit. Jedes Stück ist ein wenig anders, trägt Abweichungen, kleine Fehler, Eigenheiten. Genau diese Unvollkommenheit macht sie einzigartig. Sie zeigt, dass etwas entstanden ist, nicht produziert wurde.
Solche Gegenstände haben keine Funktion im klassischen Sinne. Sie lösen kein Problem und versprechen keine Lösung. Und doch können sie etwas in Bewegung bringen. Vielleicht, weil sie uns aus der Gewohnheit holen. Vielleicht, weil sie erinnern, dass nicht alles glatt, effizient oder optimiert sein muss, um Bedeutung zu haben.
In der Begegnung mit handgemachten Dingen entsteht oft ein Moment des Innehaltens. Man schaut genauer hin, wird langsamer, nimmt Details wahr. Nicht, um sie zu bewerten, sondern um sich berühren zu lassen. Diese Art der Aufmerksamkeit ist leise, aber wirksam. Sie fordert nichts ein und öffnet dennoch einen Raum.
Gerade weil Handgemachtes nicht perfekt ist, erlaubt es Identifikation. Es erinnert daran, dass Individualität, Abweichung und Eigenheit nicht korrigiert werden müssen. Sie sind kein Mangel, sondern Ausdruck von Lebendigkeit. Vielleicht liegt genau darin die Wirkung solcher Begegnungen: Sie machen sichtbar, dass Einzigartigkeit nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus dem Mut, Dinge sein zu lassen, wie sie geworden sind.




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