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Hummington – Perspektiven

Kunst & Systemische BeratungTuulikki Jäger

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Beratung /Coaching / Therapie / Training

"Was uns stärkt, bevor es zu viel wird", Tuulikki Jäger

Tuulikki Jäger verbindet in ihrer Arbeit zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammengehören: Kunst und systemische Beratung. In ihren Workshops entstehen Collagen, die sichtbar machen, was im Inneren oft nur diffus wahrgenommen wird: Gedanken, Gefühle, Beziehungen und innere Dynamiken. Es geht dabei nicht nur um kreatives Gestalten, sondern um einen Prozess der Selbstwahrnehmung und inneren Klärung: Was passiert, wenn innere Zustände eine Form bekommen und plötzlich vor uns auf dem Papier liegen?

Wer Tuulikki Jäger bei ihrer Arbeit beobachtet, erkennt schnell, dass hier kein klassisches Setting stattfindet. Statt eines Gesprächs „gegenüber“ entsteht ein gemeinsamer Arbeitsraum an einer Werkbank, umgeben von Papier, Scheren, Farben und Materialien. Innere Prozesse werden dadurch nicht nur reflektiert, sondern sichtbar, greifbar und veränderbar. Der Titel ihrer künstlerischen Arbeit „Die Welt in Ordnung“ steht dabei für ein Zusammenspiel aus Struktur, Orientierung und Balance, mit gleichzeitigem Raum für kreatives, lebendiges Chaos.

Zu Beginn des Interviews beziehungsweise im Video werden skulpturale Modelle aus Holz gezeigt. Diese sind eigenständige künstlerische Werke und können erworben werden und dienen zugleich als Inspiration. Wichtig ist jedoch: Die eigentliche Arbeit im Workshop findet nicht mit Holz statt, sondern ausschließlich mit Collagen auf Papier, die im individuellen Prozess entstehen und eng mit der inneren Welt der jeweiligen Person verbunden sind.

Farben, Formen und Materialien werden dabei zu Ausdrucksträgern innerer Zustände, ob weich oder hart, klar oder fragmentiert. Besonders die Haptik spielt eine Rolle: Menschen können oft sehr genau spüren, wie sich Situationen „anfühlen“, und genau darüber wird ein Zugang zu inneren Themen geschaffen. Zunächst wird der subjektiv empfundene Ist-Zustand sichtbar gemacht, anschließend ein Wunschzustand entwickelt. Schon kleine Veränderungen in der Anordnung können neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Ein zentraler Bestandteil ist die Arbeit mit inneren Anteilen. Häufig zeigen sich zuerst kritische, leistungsorientierte oder perfektionistische Anteile, die den inneren Kern schützen. Andere, verletzliche Anteile bleiben zunächst verborgen und benötigen Zeit. Gleichzeitig treten sogenannte „Feuerlöscher“ schnell in Erscheinung: Anteile, die bei innerer Anspannung unmittelbar reagieren.

Die Arbeit von Tuulikki Jäger zeigt, wie kraftvoll es sein kann, innere Prozesse sichtbar zu machen. Durch die Verbindung von künstlerischem Ausdruck und systemischer Perspektive entsteht ein Raum, in dem Menschen ihre inneren Dynamiken nicht nur verstehen, sondern aktiv gestalten können. Letztlich lässt sich die Wirkung dieser Arbeit am besten durch eigene Erfahrung begreifen: Es ist ein Prozess, der spürbar macht, wie sich innere Zustände verändern können, wie Unbewusstes sichtbar wird und neue Klarheit entsteht. Es lohnt sich, dies selbst auszuprobieren, ob für sich allein oder gemeinsam mit Familie oder Freunden.

 

Kontakt: www.dieweltinordnung.de

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"Wenn Hände denken dürfen..."

...Renovieren als Form der Selbstregulation"

Manche Menschen kommen zur Ruhe, indem sie stillsitzen. Andere, indem sie etwas erschaffen.Für Marzia aus der Toskana bedeutet Renovieren genau das: Abschalten, ordnen, bei sichankommen, nicht im Kopf, sondern mit den Händen. Die Bilder zeigen Verwandlungen:ein alter Schrank, der eine neue Farbe bekommt, eine Küche, die sich von schwerem Holz zuLeichtigkeit bewegt, ein Stuhl, der plötzlich Geschichten erzählt. Vorher–Nachher ist hier keinDesign-Trend, sondern ein innerer Prozess, der sichtbar wird.Marzia lebt und arbeitet in unterschiedlichen Rollen: Sie unterstützt ihren Mann im Restaurant,kümmert sich um Weinlieferungen, arbeitet zusätzlich in einem Hotel. Ein Alltag, der vonBegegnungen, Abläufen und Verantwortung geprägt ist. Renovieren ist für sie kein weiteresProjekt, sondern ein Gegenpol. „Ich bin dann ganz bei mir“, beschreibt Marzia ihr kreativesSchaffen. Schleifen, streichen, neu zusammensetzen. Schritt für Schritt. Kein Multitasking, kein Ergebnisdruck. Nur Tun.In der Psychologie würde man von Selbstregulation sprechen, in der Praxis fühlt es sich laut Marzia an wie Meditation in Bewegung. Genau hier berührt sich Marzia Leidenschaft mit der Idee von Hummington. Hummington versteht Entwicklung nicht als bloßes Nachdenken, sondern als Zusammenspiel von Erfahrung, Struktur und Perspektivwechsel. Wenn Menschen ins Tun kommen, wenn sie ordnen, prüfen, neu zusammensetzen, entsteht Orientierung. Genau hier setzt Hummington an: Wissen trifft auf gelebte Erfahrung, unterschiedliche Blickwinkel kommen ins Gespräch, Zusammenhänge werden sichtbar. Renovieren ist dafür ein starkes Bild. Es geht nicht um Abriss, sondern um ein genaues Hinsehen. Was trägt noch? Was hat Substanz? Was darf bleiben? Und was braucht eine neue Form?Dieser detektivische Blick, prüfen, verstehen, neu verbinden, entspricht dem, was Hummington ausmacht:Perspektiven eröffnen, Erfahrungen lesbar machen und Menschen miteinander in Austausch bringen. Die bunten Stühle, die verspielten Motive, das bewusste Kombinieren von Alt und Neu zeigen dabei noch etwas anderes: Kreativität muss nicht perfekt sein. Sie darf eigen sein. Persönlich. Detektivisch. Genau das, was Hummington sichtbar machen will: Verbindungen zwischen Alltag, innerem Erleben und dem, was uns guttut, ohne dass wir es immer erklären müssen.Marzia verdient bei Hummington einen Platz, weil sie zeigt, was viele Menschen intuitiv tun, ohne es so zu nennen: Sie sorgt für sich, indem sie etwas gestaltet. Sie findet Ruhe nicht im Rückzug, sondern im Tun. Und sie erinnert daran, dass Selbstfürsorge nicht immer gleich sein muss, manchmal riecht sie nach Farbe, Holz und frischer Veränderung. Hummington sammelt solche Geschichten nicht, um sie zu idealisieren, sondern um Impulse zu geben. Marzia Renovierungsarbeiten sind ein stilles Beispiel dafür, wie Menschen ihre eigene Balance finden, jenseits von Methoden, aber mitten im Leben.

„In einem kleinen Geschäft in Venedig …“

...handgemacht, unvollkommen, einzigartig

Manchmal liegt die Wirkung eines Moments nicht in dem, was er verspricht, sondern in dem, was er nicht sein will. In einem kleinen Geschäft in Venedig, mit handgemachten Postkarten, einfachen Ordnern und Dingen, die sichtbar von Hand gefertigt sind, wurde genau das spürbar. Nichts daran war perfekt. Linien waren nicht ganz gerade, Farben nicht exakt gleich, Materialien trugen Spuren. Und gerade darin lag eine besondere Qualität.

Handgemachte Dinge sind nie vollkommen. Sie folgen keinem industriellen Maßstab und keinem Anspruch auf Gleichförmigkeit. Jedes Stück ist ein wenig anders, trägt Abweichungen, kleine Fehler, Eigenheiten. Genau diese Unvollkommenheit macht sie einzigartig. Sie zeigt, dass etwas entstanden ist, nicht produziert wurde.

Solche Gegenstände haben keine Funktion im klassischen Sinne. Sie lösen kein Problem und versprechen keine Lösung. Und doch können sie etwas in Bewegung bringen. Vielleicht, weil sie uns aus der Gewohnheit holen. Vielleicht, weil sie erinnern, dass nicht alles glatt, effizient oder optimiert sein muss, um Bedeutung zu haben.

In der Begegnung mit handgemachten Dingen entsteht oft ein Moment des Innehaltens. Man schaut genauer hin, wird langsamer, nimmt Details wahr. Nicht, um sie zu bewerten, sondern um sich berühren zu lassen. Diese Art der Aufmerksamkeit ist leise, aber wirksam. Sie fordert nichts ein und öffnet dennoch einen Raum.

Gerade weil Handgemachtes nicht perfekt ist, erlaubt es Identifikation. Es erinnert daran, dass Individualität, Abweichung und Eigenheit nicht korrigiert werden müssen. Sie sind kein Mangel, sondern Ausdruck von Lebendigkeit. Vielleicht liegt genau darin die Wirkung solcher Begegnungen: Sie machen sichtbar, dass Einzigartigkeit nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus dem Mut, Dinge sein zu lassen, wie sie geworden sind.

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